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Kreta durch die Augen eines Kindes - Meine Erinnerungen an Kreta

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Kreta durch die Augen eines Kindes - Meine Erinnerungen an Kreta

Übersetzt & bearbeitet von
Martina Diehn
März 2017

Original von Sarah O'Neill

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Sarah O`Neill, Autorin unseres englischen Schwesterblogs „Moments“, hat als Kind viele schöne Familienurlaube auf den griechischen Inseln verbracht. Wir freuen uns, dass wir ihre Kindheitserinnerungen an Land und Leute mit Ihnen teilen dürfen. So haben Sie Kreta vielleicht noch nie gesehen: durch die Augen eines Kindes!

Mit tapsigen Schritten und mit pinkfarbenen Plastiksandalen an den Füßen watete ich die malerische Mittelmeerküste entlang. Ich war zarte vier Jahre alt und zum ersten Mal auf Kreta. Meine Eltern waren von den griechischen Inseln begeistert, seitdem sie als junges Paar einen romantischen Urlaub auf Korfu verbracht hatten. Seit damals war die Liebe zur griechischen Kultur in ihnen lebendig – und die durften wir Kinder in den großen Ferien nun mit ihnen teilen.

Und so lernten mein Bruder und ich im Laufe der Jahre Rhodos, Samos und Kos kennen. Auf Kreta waren wir sogar zweimal. Jetzt, als Erwachsene, bin ich erstaunt, wie lebendig der Eindruck in mir noch immer ist, den Land und Leute in einem solch jungen Alter hinterlassen haben. Wie schön sind doch meine Kindheitserinnerungen an die herrlichen Sommertage, die wir auf Kreta verbracht haben.

Kreta kümmert sich um seine kindlichen Gäste nicht so, wie man es vielleicht erwarten würde. Rechnen Sie nicht mit Malbüchern in den Cafés. Auch Kinderwagen-freundliche Gehwege und Sicherheitsgatter an gefährlichen Stellen sollte man nicht unbedingt voraussetzen. Stattdessen gewinnen die Bewohner Kretas die Herzen von Eltern und Kindern mit aufrichtigem Interesse, Freundschaft und Wärme.

Ferien auf Kreta sind im wahrsten Sinne des Wortes „Familienurlaube“, weil man hier wirklich als Familie behandelt wird. Alle Familienmitglieder – vom jüngsten bis zu den ältesten – fühlen sich hier willkommen und geschätzt. Als Kind wird man hier von den Erwachsenen nicht etwa übersehen. Vielmehr blicken sie einem in die Augen, lächeln und grüßen mit einem freundlichen „Hallo!“

Vor kurzem fiel mir eine Ausgabe des Magazins „Inspire“ des „House of Travel“ in die Hände. Sie enthielt einen Artikel über Griechenland, aus dem mir ein Zitat im Gedächtnis geblieben ist. Es lautet: “Ihr Lächeln allein macht die Einwohner wunderschön.” Wie wahr das doch klingt, wenn ich mich an meine Erfahrungen mit den Kretern zurückerinnere.

In den 90er-Jahren machte sich der Massentourismus auf Kreta breit. In den Resorts zwischen Heraklion und Malia drängelten sich die erholungsbedürftigen Urlauber. Sogar ein Wasserpark und jede Menge anderer Annehmlichkeiten wartete dort auf zahlende Gäste. Allerdings gehört es zu den größten Nachteilen des Massentourismus, dass schnell die Touristen die Kultur vorgeben und nicht mehr die Einheimischen. Dem entkam meine Familie, indem wir ein Auto mieteten, mit dem wir die Flucht in die ruhigeren Städte und Dörfer antraten, wo die kretische Kultur die Oberhand behalten hatte.

Für mich ist das griechische Lebensgefühl ein Mehrgenerationen-Lebensentwurf in seiner besten Form. Die Familie, und oft sogar die erweiterte Familiensippe, spielen hier noch die Hauptrolle. Die Menschen in den ländlichen Gebieten Kretas zeigen tiefen Respekt vor den älteren Mitgliedern ihrer Gesellschaft, während im Familienleben die Kinder im Mittelpunkt stehen. Sie haben sich ein Wertesystem erhalten, das mit der modernen, wettbewerbsorientierten Gesellschaft nur wenig zu tun hat. Es gibt im Altgriechischen sogar ein eigenes Wort für die Liebe und Zuneigung, die man als Familie miteinander teilt. Es lautet „storge“, griech. „στοργή“.

Als Kinder fühlten wir uns auf Kreta auf eine Weise geschätzt, die für uns völlig unüblich und unglaublich liebenswürdig zugleich war.

Die Kellner in den Tavernen steckten uns Geschenke zu. Kleine Plastiktiere baumelten an unseren Trinkgläsern. Unseren Eisportionen waren mit kleinen Schirmen dekoriert. Eines Tages luden sie uns sogar zum Mitmachen ein, als sie wild im Kreis tanzten und dabei das Geschirr zertrümmerten.

Ich erinnere mich an eine alte Dame in einem Bergdorf, die mit ihrem Esel an der Leine die Straße entlanglief. Sie winkte uns heran und teilte ihre Mandeln mit uns, ein Lächeln auf dem zerknitterten Gesicht. Als Kind war ich fasziniert von dieser traditionellen Art zu leben, die sich so grundlegend von meiner eigenen unterschied und die von der modernen Welt noch völlig unberührt war.

Die tiefe Schönheit Kretas liegt darin, dass es sich seine Identität und seine Lebensweise in den kleinen Bergdörfern bewahrt hat und seine Besucher aus aller Welt daran teilhaben lässt. Wir hatten immer das Gefühl, dass es die Menschen glücklich machte, wenn sie ihre Zeit mit uns verbringen konnten.

Ich erinnere mich an einen älteren Herrn in deiner Taverne in den Bergen. Sein Gesicht hatte mehr Falten, als man zählen konnte und sein riesiger Schnurrbart reichte von Ohr zu Ohr, wenn er lächelte. Sein Sohn tauchte das Brot für ihn in Wein, bevor er es ihm zum Essen reichte. Er war der Dorfälteste und ein Kriegsheld, der als Partisan im zweiten Weltkrieg, gegen die deutschen Besatzertruppen gekämpft hatte. Dieser honorierte Veteran und kretische Held ließ mich mit meinen vier Jahren auf seinen Knien sitzen, während er uns seine Geschichte erzählte und sein Sohn für ihn übersetzte.

Die Schönheit dieser Insel zeigt sich auch darin, dass nichts zu abgelegen ist. Kinder, wie mein Bruder und ich, langweilen sich also nicht so schnell, während das Auto Kilometer nach Kilometer auf der gewundenen Straße zurücklegt. Die Fahrt auf den Serpentinen, bei der hinter jeder Kurve ein neuer, spektakulärer Ausblick wartet, ist aufregend. In den Dörfern sitzen die Großeltern vor den Häusern, lassen die Welt an sich vorüberziehen und winken, wenn ein Auto vorbeifuhr. Jeder neue Ort, jede neue Aktivität, ist nicht allzu weit vom letzten Stop entfernt. Nie mussten wir allzu weit fahren, bevor das Auto wieder am Straßenrand hielt.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass kleine Kinder vom Besuch alter Steine und archäologischer Ausgrabungsstätten schnell genug haben. Jedoch hat Kreta die Kraft und die Macht, die Vorstellungswelt von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen zu inspirieren. Mein Bruder und ich waren ehrlich gebannt von der unglaublichen Größe dieser antiken Stätten und den Geschichten, die damit verbunden waren. Wir durften herumrennen, klettern und auf eigene Faust erkunden. Und auch an dieser Stelle eine kleine Warnung an alle Eltern: Sicherungsseile sucht man vergebens!

Unser wunderbarer Fremdenführer in Knossos freute sich über unsere ganze Familie. Er ermutigte meinen Bruder und mich, eigene Fragen zu stellen und gestaltete seine Tour so, dass auch wir Kinder auf unsere Kosten kamen. Er witzelte mit uns über die sanitären Anlagen des antiken, minoischen Palastes, in dem es sogar eine Toilettenspülung gab. Und er fesselte uns mit spannenden Geschichten rund um das Labyrinth und den Minotaur. Ich erinnere mich noch heute an das Zimmer der Königin mit dem filigranen Delfin-Mosaik an der Wand. Für mich war es das schönste Schlafzimmer, das ich je gesehen hatte und mein eigenes sollte unbedingt genauso aussehen. Diese Reise war für mich der Beginn einer Faszination mit griechischen Mythen, Legenden und der antiken Geschichte, die meine Eltern nur allzu gern unterstützten.

Wir Menschen neigen oft dazu, uns und unsere Kinder zu vielen Reizen auszusetzen und zu überstimulieren. Die einfache und unaufgeregte Herangehensweise an das Leben, wie man sie hier auf Kreta praktiziert, fühlt sich dagegen viel gesunder und erholsamer an. Kreta ist eine wahre Fundgrube für unberührte Strände, an denen Familien ungestörte Stunden verleben können. Eine Sandschippe und ein Eimerchen genügten uns als Unterhaltungs-Equipment für einen ganzen, langen Tag – während die Eltern sich im warmen Sand zurücklehnten und ihre wohlverdiente Erholung genießen konnten.

Hat sich Kreta im Laufe der Jahre verändert? Aber natürlich hat es das. In den vergangenen Jahren hat die Stadt Heraklion ihre Museen modernisiert und umgestaltet. Jetzt sind sie interaktiv und damit noch kinderfreundlicher. Das Cretaquarium ist ein riesiges Aquarium mit Multimedia-Ausstattung und einem Streichel-Pool, der garantiert für glückliche Kindergesichter sorgen wird. Auch das Naturhistorische Museum von Heraklion verfügt mittlerweile über einen Multimedia-Saal mit vielen interaktiven Elementen für kleine Entdecker. Es gibt neuentdeckte archäologische Stätten und die Rekonstruktion eines antiken, minoischen Schiffs, die man hier erforschen kann.

Abgesehen davon ist sich Kreta in allen wesentlichen Bereichen treu geblieben. Es blickt auf eine turbulente Geschichte mit Invasionen der Araber, der Türken und schließlich der Deutschen zurück. Auch in stürmischen Perioden bewahrte sich die Insel stets ihre Identität. Die Grundwerte mit der Familie, dem Glauben und der einfachen Lebensweise im Mittelpunkt, haben den Test der Zeit bestanden.

Oft sehen wir unseren Urlaub in erster Linie als eine Zeit, in der sich die Eltern erholen und die kleinen Schätzchen austoben können. Zu selten denken wir auch an die bleibenden Eindrücke, die in diesen Wochen bei kleinen Kindern entstehen können. Kreta hat die Kraft – und die Persönlichkeit – sich in unsere Herzen zu schleichen. Die Empfindungen und Bilder, wie die der lächelnden, kretischen Gesichter, treffen selbst bei den Kleinsten auf fruchtbaren Boden und sorgen für einmalige und unvergessliche Erinnerungen.

Sind Sie mit Ihrer Familie auf der Suche nach Inspiration, Entspannung und einzigartigen Momenten für Ihre Kinder? Kreta ist ein wundervolles Urlaubsziel für die ganze Familie, das unvergessliche Erlebnisse garantiert.

Geschrieben von Martina Diehn

Als Martina Diehn 2004 nach Berlin zog, um „irgendwas mit Schreiben“ zu machen, hatte sie vermutlich den „Momente“-Reiseblog von Corissia im Sinn. Weil dieser aber erst 2017 das Licht der Welt erblickte, vertrieb sie sich die Jahre dazwischen mit ausgedehnten Reisen und dem eigenen Garten vor den Toren der Stadt.

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