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Badeurlaub in Georgioupolis Kreta Griechenland

 
 

Momente Reiseblog

Kretas Handwerkskunst: Drei Glasbläser und ein musikalisches Geheimnis

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Kretas Handwerkskunst: Drei Glasbläser und ein musikalisches Geheimnis

Geschrieben von
Claudia Göpel
Juli 2017

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Begleiten Sie uns auf eine Spurensuche nach der einzigartigen kretischen Glasbläserkunst. Auf unserer Entdeckungsreise über die Insel haben wir jedoch nicht nur Glaswaren, sondern auch minoische Keramik, Messer, zauberhafte Teppiche, Musik und Tanz gefunden. Auf geht’s.

Glas besteht zu großen Teilen aus Quarzsand und davon hat Kreta genug. Wir besuchen drei traditionelle Glasmanufakturen. Eine davon befindet sich ganz in der Nähe der Corissia-Ressorts in Kókkino Chorió. Und dort gibt es noch mehr zu entdecken...

Die Magie des Feuers zaubert zerbrechliche Kunstwerke
Gläsernes Kunsthandwerk auf Kreta

Die ersten Funde von künstlich hergestelltem Glas stammen aus Ägypten und sind über 3.500 Jahre alt. Erst seit etwa 2.000 Jahren existiert die Glasbläserkunst in Europa. Ungefähr genauso lange gibt es auch Glasbläser auf Kreta.

In kleinen Werkstätten oder Ein-Mann-Betrieben pusten die Herren – und auch Damen – mit den kräftigen Lungen Luft in bis zu 1.500 Grad heiße Glasblasen oder ziehen geschmolzene Glasstäbe in Form. Dabei erschaffen sie fantastische Figuren und kunstvolles Geschirr aus Glas. Kein leichtes Unterfangen, kühlt die Glasmasse nämlich auf 800 Grad Celsius ab, wird sie wieder zäh und muss erneut erhitzt werden.

Sämtliche Zutaten und Mineralstoffe für die Glasbläserei sind auf der Insel zu finden: Kalk, Soda, Quarzsand und Pottasche. Für grünes Glas werden der Schmelze Chromoxide zugefügt, für gelbes Glas wird Silber verwendet und blaues Glas entsteht durch die Zugabe von Kobaltoxiden. Für die Intensität der Farben hat jeder Glasbläser sein eigenes Geheimrezept.

Wer sich nicht von den industriell gefertigten Glas-Souvenirs auf den bunten Touristenmärkten beeindrucken lassen möchte, sondern echte traditionelle Glasbläserkunst kennenlernen will, besucht die Bergdörfer und kleineren Ortschaften abseits der großen Urlaubsorte. Etwa eine Handvoll Kunsthandwerker, die das kretische Glasbläserhandwerk in ihren kleinen Werkstätten ausüben, existieren noch auf der Insel. Werbung betreiben diese Künstler jedoch kaum. Deshalb sind sie nur schwer zu finden.

Neben kunstvollen Glasarbeiten stellen die einheimischen Glasbläser auch Gebrauchsglas her und lassen sich gern bei der Arbeit zusehen. Drei von ihnen möchten wir Ihnen vorstellen und wir beginnen bei der von Ihrem Urlaubsort Georgioupolis am weitesten entfernten Manufaktur an der Südküste.

1. Die Glasbläserei von Nikos Haritakis kurz vor Matala

Wer die Hauptstraße von Rethymno kommend in Richtung Matala an der Südküste fährt, sollte unbedingt einen Stopp an der Kreuzung kurz vor der Abbiegung nach Agia Galini einlegen. Gegenüber der alten Tankstelle, in einem wirklich unspektakulären Gebäude ohne jegliche Außenwerbung, betreibt Nikos Haritakis eine der letzten urtümlichen Glasbläsereien auf Kreta. Lediglich eine Fassaden-Beschriftung in griechischen Buchstaben weist auf seine Manufaktur hin.

Der grauhaarige, erstaunlich jugendlich wirkende Glaskünstler versorgt mit seinem hochwertigen Gebrauchsglas die gesamte Region und hält eine lange Familientradition am Laufen. Gelegentlich verirren sich Urlauber in seine Werkstatt und schauen dem Meister über die Schulter.

Die Glasbläserei in Agia Galini gilt als Geheimtipp. In der historisch anmutenden Werkstatt stehen ein alter und ein neuer Schmelzofen, die beide regelmäßig in Betrieb sind. Wenn man Glück hat, ist Nikos Haritakis gerade bei der Arbeit. Er hat nichts dagegen, wenn man ihm eine Weile zuschaut und anschließend eine seiner farbenfrohen Glasarbeiten als Souvenir in seinem Werkstattladen kauft. Grüne, gelbe und tiefblaue Sektkelche, Vasen und Karaffen warten auf neue Besitzer. Jedes Stück ist ein Unikat.

Webseite von Nikos Haritakis mit vielen Bildern: http://www.sualo.com

2. „Tarrha Glass“ von Marios und Natassa in Anogia

Im ebenso bekannten wie wunderschönen Dorf Anogia im Nordosten des Psiloritis-Massivs befindet sich die Glasbläserei „Tarrha Glass“ von Marios Chalkiadakis und Natassa Papadogamvraki.

Studiert haben die beiden ihr Kunsthandwerk in den 1980er Jahren in Schweden. Damit heben sie sich von den Traditionsglasbläsern der Insel ab und gehören zur internationalen Künstlerriege. Im Jahr 1994 landeten die beiden Glaskünstler bei einem Wettbewerb weltweit unter den Top 40 Designern. Ein Jahr später gründeten Natassa und Marios ihre eigene Glasmanufaktur in Anogia und fertigen seitdem ihr individuelles Geschirr.

Die beiden Glasbläser zählen zu den modernen Künstlern in Anogia und sind täglich in ihrer Werkstatt mit den angeschlossenen Verkaufsräumen mitten im Ort anzutreffen.

Kunst begegnet Ihnen auch im Atelier von Alkibiades Skoulas, das gleichzeitig ein kleines Museum beherbergt. Der Maler war bereits über 70 Jahre alt, als er begann, seine Lebenserinnerungen künstlerisch aufzuarbeiten. Seine Bilder erzählen vom Ende der türkischen Besatzung, die er selbst nur aus Erzählungen kennt, sowie von der leidvollen Geschichte des Dorfes im Zweiten Weltkrieg. Alkibiades Skoulas gehörte damals zu den Freiheitskämpfern. Das Atelier-Museum in Anogia wird heute von seinem Sohn Georgios betreut. Ab und zu spielt dieser auf der kretischen Lyra, einem geigenähnlichen Streich- und Zupfinstrument und verwandelt das Atelier mit orientalisch anmutenden Klängen in einen musikalischen Treffpunkt.

Traditionell leben die Bewohner von Anogia übrigens von der Viehzucht, während die Frauen für ihre prächtigen Webarbeiten und Schafwollteppiche bekannt sind. Im unteren Dorf gibt es zahlreiche Läden, in denen sie ihre Handarbeiten feilbieten.

Webseite von Marios Chalkiadakis und Natassa Papadogamvraki mit vielen Bildern: https://www.facebook.com/TARRHAGLASS

3. Glaskunst von Andreas Tzompanakis in Kókkino Chorió nahe Chania

Keine zehn Kilometer von Georgioupolis entfernt befindet sich einer der berühmtesten Orte Kretas. Dieser Umstand ist jedoch bei Touristen kaum bekannt. Wussten Sie, dass in diesem kleinen Bergdorf ein Großteil des berühmten Films „Alexis Sorbas“ gedreht wurde? Aber dazu später mehr.

Bis nach Kókkino Chorió ist es mit dem Auto nur ein Katzensprung. Auch zu Fuß ist der Ausflug an der Küste entlang zu dem herrlich gelegenen Ort über der malerischen Souda-Bucht machbar. Eine echte Attraktion des Dorfes ist ein unauffälliges Gebäude am Ortseingang mit einem Altglaslager davor. Nein, das ist kein Müllabladeplatz, sondern ein überaus nützliches Materiallager für den ortsansässigen Glaskünstler Andreas Tzompanakis, der mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leistet.

Hier befindet sich neben einer Metallwerkstatt eine Glasbläserei – übrigens die erste und einzige Glasbläserei auf Kreta, die sich mit der kunstvollen Wiederverwertung von Glas beschäftigt. An den Wochentagen kann man dem Glasbläser und seinen beiden Gesellen bei ihrer hitzigen Arbeit zuschauen. Fotografieren ist erlaubt, Filmen allerdings nicht. Nehmen Sie sich ein Miniatur-Kunstwerk aus recyceltem Glas als Mitbringsel mit nach Hause. Andreas freut sich sehr, wenn seine Kunst auch den Urlaubern gefällt. Wie wäre es mit apartem Glasschmuck oder einem schönen Glasfisch, der sicher prima zu den anderen Kreta-Souvenirs passt?

Zurück zum Film Alexis Sorbas: In Kókkino Chorió wurden 1954 die meisten Dorfszenen für „Alexis Sorbas“ gedreht. Das Original-Kafeníon mit dem kleinen Dorfladen, in den die Ziege geführt wurde, existiert noch heute. Hier können Sie sich echten Raki in handgefertigte Glasflaschen abfüllen oder diesen gleich an einem Tisch vor dem malerischen Gebäude trinken. Gegenüber hat ein cleverer Trittbrettfahrer sein Kafeníon eröffnet. Der Vater des Mannes durfte im Film (wie viele andere Dorfbewohner auch) als Statist mitgewirkt haben. Die Besitzerin des ursprünglichen Lokals beweist kretische Gelassenheit, indem sie einfach erklärt, dass es die Konkurrenz damals noch gar nicht gab. Übrigens hat sich in dem malerischen Bergdorf mit den vielen kleinen Gassen zur Zeit des Filmdrehs auch ein deutscher Künstler niedergelassen, der unter dem Pseudonym Antónios o Santorínios Hinterglasmalerei fabriziert. Seinen echten Namen hält er geheim und die Adresse seines Ateliers müssen Sie bei den Einheimischen erfragen.

Webseite von Andreas Tzompanakis mit vielen Bildern: http://www.blownglass.gr/home.html

Keramik, Korbwaren, Webarbeiten, Messer und Schnitzkunst:
Noch mehr kretische Handwerkskunst abseits der Touristenmärkte

Auf Kreta ist alles miteinander verknüpft. Es fließt, verbindet sich und pulsiert – ganz wie das heiße Glas, das darauf wartet, mithilfe der kräftigen Puste der Glasbläser zu einzigartigen Kunstwerken zu verschmelzen. Doch nicht nur die Glasbläser frönen einem fast ausgestorbenen Kunsthandwerk.

Auch die Messerschmieden in Chania und Heraklion gehören zu den letzten ihrer Art. Kretische Messer sind für ihre erstklassige Qualität bekannt. Oft mit Sprüchen oder Ornamenten verziert werden diese handgeschmiedeten Klingen von Generation zu Generation weitergereicht. Die typischen Schnitzereien an den traditionellen kretischen Stühlen und Schränken dürfen angeblich nur mit diesen Messern durchgeführt werden. Freunde des kretischen Stahls müssen tief in die Tasche greifen, wenn sie ein solches Meisterwerk besitzen möchten.

Webseite über kretische Messer mit vielen Bildern: http://www.cretanknives.gr/

Andere Handwerkskunst ist deutlich preiswerter zu haben. Deshalb sollten Sie auf der Suche nach einer hochwertigen Urlaubserinnerung unbedingt den kleinen Ort Gavalohori (Gavalochori) besuchen. Das versteckt gelegene Dorf gehört zu den ältesten Ortschaften auf Kreta. Zum Glück liegt es nur einen Spaziergang weit von Georgioupolis entfernt, etwa auf halber Strecke von nach Kókkino Chorió.

Gavalohori besitzt einen erst jüngst restaurierten türkischen Brunnen, einige Kafeníons, ein eigenes Folkloremuseum und einen Handwerksladen. Eine private Fraueninitiative hat hier eine genossenschaftlich organisierte Vereinigung für Frauen geschaffen. Ihr Ziel: längst vergessenes Handwerk zu praktizieren und dessen Produkte zu vermarkten. Hierzu gehören minoische Keramik, bauerntypische Korbwaren, Schnitzereien und Web- und Klöppelarbeiten.

Und wenn Sie schon mal da sind: Bleiben Sie doch noch ein Weilchen in Gavalohori. Früher war die Steinmetzkunst ein Haupterwerbszweig der Bewohner von Gavalohori. Viele Bauwerke erinnern an byzantinische, venezianische und türkische Episoden. Heute lebt die Bevölkerung des sehr ursprünglich gebliebenen Dorfes vorwiegend von Schafzucht, Olivenanbau und sanftem Tourismus. Das Folkloremuseum am Markt bietet Einblicke in die kretische Vergangenheit und ist unter anderem stolz auf einen aus Zypressenholz geschnitzten Altar von 1810. Übrigens haben die etwa 450 Einwohner und ihre Gäste bei ihren Gebeten die Wahl zwischen sage und schreibe 14 verschiedenen Kirchen in und um den kleinen Ort. Ein Blick in eine der Kapellen lohnt sich, auch wenn Sie selbst nicht beten möchten.

Start und Ziel Georgioupolis

Kretas Kunsthandwerker finden Sie praktisch direkt vor der Haustür. Wenn sie mehrere verschiedene Handwerkskünste in kurzer Zeit erleben möchten, bietet sich eine Autowanderung über die zipfelförmige Halbinsel Apokoronas nordwestlich von Georgioupolis an. Die reine Fahrtzeit beträgt weniger als 90 Minuten. Besuchen Sie sechs malerische Orte in ausgesprochen lieblicher Landschaft. Von fast jedem Standort aus haben sie gleichzeitig einen Blick auf das Meer, auf die Weißen Berge und auf die Stadt Chania. Durch saftige Wiesen, zauberhafte Berge und an strahlend weißen Stränden vorbei führt Sie Ihr Weg von einem Ort zum anderen. Sie machen Halt in den Dörfern Vamos, Douliana, Gavalochori, Almirida, Kókkino Chorió und Ombros Gialos und besuchen unterschiedliche Kunsthandwerkbetriebe, bevor Sie den Tag bei einem köstlichen Mahl am Corissia Bufett ausklingen lassen.

Geschrieben von Claudia Göpel

Claudia bereiste viele Länder Europas per Schiff, Flieger oder Auto. Sie arbeitet nicht nur seit vielen Jahren als Autorin und Texterin, sondern beglückt obendrein die Menschen auf großen und kleinen Bühnen mit Clownerie, Ballons und Zaubertricks.

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