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Geheimnisvolle Symbole entschlüsselt
Die antiken Schriften Kretas

Der Diskus von Festos und weitere antike Schriften Kretas

Entdecken Sie die Faszination der antiken Schriften Kretas und bewundern Sie den berühmten Diskus von Festos im Archäologischen Museum von Heraklion!


Kaum etwas fasziniert die Menschheit so sehr wie alte Schriften. Denn sie erlauben es, in die Gedankenwelt längst vergangener Epochen vorzudringen und zu verstehen, wie die Menschen damals gelebt haben. Diese Inschriften lassen unsere entfernten Ahnen in ihren eigenen Stimmen und Worten wieder lebendig werden.

Auch die Minoer und nach ihnen die Mykener, die Kreta in der Antike besiedelten, hinterließen zahlreiche Schriftstücke, dank derer Sie einen Einblick in zwei der faszinierendsten und ältesten Hochkulturen erhalten.

Die kretischen Hieroglyphen: die älteste überlieferte Schrift der Mittelmeerinsel

Die kretischen Hieroglyphen stammen aus dem Zeitraum zwischen 2100 und 1700 vor Christus, vielleicht sogar bis 1500 vor Christus. Damit sind sie die älteste minoische Schrift, die bisher nachgewiesen wurde. Zwar wurde sie hauptsächlich von den Kretern verwendet, doch dank der weiteren Verbreitung der minoischen Kultur im Mittelmeerraum fanden Archäologen auch auf den Inseln Kythera und Samothrake Inschriften in dieser Sprache. Insgesamt gibt es etwa 330 Fundstücke mit den mysteriösen Zeichen.

Die bislang ältesten Fundstücke mit einer solchen Schrift fand man in Archanes, etwa zehn Kilometer von dem berühmten Palast von Knossos entfernt: Stempel und Siegelringe zeigen neben den üblichen bildlichen Darstellungen einzelne Hieroglyphen. Möglicherweise dienten die Hieroglyphen der Ägypter den Erfindern dieser Schrift als Vorbild. Besonders eindrucksvoll erkennen Beobachter diese Verwandtschaft anhand eines ganz bestimmten Fundstücks mit einer ähnlichen Schrift.

Der berühmte Diskus von Festos – eine Tonscheibe fasziniert die Fachwelt

Diskus von Festos

Dieses besondere Fundstück ist der Diskus von Festos, der in der Literatur auch als der Diskus von Phaistos oder Phaestus bekannt ist. Der italienische Forscher Luigi Pernier fand ihn am 3. Juli 1908 während seiner Ausgrabungen. Arbeiter entdeckten ihn abends im nordöstlichen Teil der Palastanlage, deren eindrucksvolle Überreste Sie heute besichtigen können. Dort lag das Fundstück verborgen im Schutt inmitten eines Vorratsraums.

Auf den ersten Blick wirkt das Stück aufgrund seines geringen Durchmessers von 16 cm unscheinbar. Auch der gelbe Ton, aus dem es gefertigt wurde, ist nicht besonders kostbar. Es sind die Verzierungen, die den Diskus so wertvoll machen. Die unregelmäßig runde, gebrannte Tonscheibe ist auf beiden Seiten übersät mit verschiedensten Zeichen der kretischen Hieroglyphenschrift in Form von Menschen, Tieren und teilweise abstrakten Gegenständen. Mehr als 240 Zeichen sind in 61 erkennbaren Gruppen in Spiralform auf der Scheibe angeordnet.

Geschaffen wurde das Fundstück in der Bronzezeit, vermutlich zwischen 1900 und 1450 vor Christus. Dabei drückte der Schreiber die Symbole mithilfe von Stempeln in den noch feuchten Ton ein, was eine frühe Form des Drucks mit beweglichen Lettern darstellte. Wie genau er dabei vorging – ob er erst eine Seite und dann die andere bedruckte oder zwei separat gestempelte Scheiben aneinandergefügt wurden – wissen die Archäologen bis heute nicht. Doch die Genauigkeit des Textes war ihm offenbar sehr wichtig. An ein paar Stellen erkennt man eindeutig, wie der Schreiber ein paar Fehler korrigierte, bevor er die fertige Scheibe brannte. Wie die 241 Stempel gelesen werden müssen und welche Sprache sie abbilden, bleibt weiterhin ein Geheimnis.

Einige Forscher sind der Überzeugung, man müsse von der Mitte zum Rand lesen, da die Stempel sich zu überschneiden schienen, andere behaupten das Gegenteil. Trotzdem blieben Versuche, den rätselhaften Text zu übersetzen, ergebnislos. Auch ob es sich um ein Alphabet, eine Silbenschrift oder eine reine Bilderschrift handelt, ist unklar. Zwar liegen dutzende Entzifferungsversuche und Interpretationen vor, aber sie sind unvollständig oder basieren auf einfachem Ausprobieren von Buchstaben und Silben – und liefern keine handfesten Ergebnisse. Der Diskus wird das Geheimnis seiner Inschrift vorerst weiter bewahren. Aus der Nähe können Sie dieses mysteriöse Stück Geschichte im Archäologischen Museum von Heraklion bewundern.

Linear A: die Nachfolgerin der kretischen Hieroglyphen

Obwohl Archäologen die kretischen Hieroglyphen nicht lesen können, wissen sie eines sicher: Es entwickelte sich die Linear-A-Schrift, die die frühen Griechen zwischen 1700 und 1450 vor Christus für die minoische Sprache verwendeten.

Linear-A-Schrift

Allein während der Ausgrabungen in der Palastanlage von Knossos förderte der britische Archäologe Sir Arthur John Evans zwischen 1900 und 1935 mit seinem Trupp hunderte Schriftstücke mit den Zeichen der Linearschrift A zutage. Sie erlaubten es, die minoische Sprache zumindest in kleinen Teilen zu entziffern und zu übersetzen.

Bei Linear A handelt es sich um eine einfache Silbenschrift, die von links nach rechts geschrieben wurde. Sicher bekannt sind etwa 70 Silbenzeichen und 100 Zeichen, die für einzelne Worte stehen und mit den Silbenzeichen kombiniert werden konnten - sowie einige Zahlen.

Die einfachen, geritzten Linien der Zeichen sind für Ton zwar gut geeignet, dennoch gehen Archäologen davon aus, dass die Minoer Linear A vor allem auf vergänglichen Materialien verwendeten, die sich mit der Zeit zersetzen. Dazu gehören vor allem Pergament oder Papyrus, also die Vorgänger unseres heutigen Papiers. Zwar gibt es Zeugnisse auf Tontafeln. Diese sind aber eher vergleichbar mit Notizzetteln, die aber eher für den kurzfristigen Gebrauch gedacht waren und nie lange aufbewahrt wurden. Erhalten blieben sie meist nur, wenn der Ton durch Brand, absichtlich oder im Rahmen einer Katastrophe gehärtet und auf diese Weise haltbar gemacht wurde.

Die Spuren der Linearschrift finden sich auch außerhalb Kretas auf dem Peloponnes oder in Orten wie Kythera, Samothrake und Troja. Sogar in weit entfernten Städten wie Milet in Kleinasien, Lachisch in Palästina und sogar dem ägyptischen Avaris wurde sie nachgewiesen. Diese Verbreitung macht deutlich, wie weit die Handelsbeziehungen der Minoer damals reichten, obwohl ihnen nur die einfachsten Transportmittel zur Verfügung standen. Mit ihrer gut ausgestatteten Flotte drangen sie dank der vorteilhaften Lage ihrer Heimathäfen auf der Insel Kreta in weit entfernte Gebiete des Mittelmeerraums vor und etablierten sich als eine der bekanntesten und wichtigsten Hochkulturen Europas.

So verwundert es nicht, dass die meisten Schriftstücke von diesem regen Handel zeugen: Wirtschaftliche Transaktionen und Listen von Handelsgütern wie Getreide, Obst, Wein und Öl wurden auf den Tontafeln festgehalten. Kleinere Notizen dienten dazu, den Überblick über Verwaltungsaufgaben und ähnliche Alltagsgeschäfte zu bewahren. Einige dieser Inschriften können Sie beispielsweise im Archäologischen Museum von Heraklion oder dem Museum von Chania bewundern.

Linear B: die Nachfolgerin von Linear A

Die Linearschrift B, die von 1450 bis 1200 vor Christus Verwendung fand, unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von ihrer Vorgängerin. Sie bildet nicht die minoische Sprache ab, sondern die Mykenische - eine frühe Vorform des modernen Griechischen - und entstand zunächst auf dem Festland. Mit der Verbreitung der mykenischen Kultur fand sie ihren Weg auf die Insel Kreta, wo sie Linear A vollständig ablöste.

Erste Beispiele fand Sir Arthur John Evans im Jahr 1878 auf Kreta: Die Tontäfelchen, auf denen die Zeichen eingeritzt waren, sahen denen der Linear A-Schrift so ähnlich, dass er sie zunächst gar nicht als neu erkannte. Doch bald wurde ihm klar, dass es sich um eine andere, wenn auch verwandte Schrift handeln musste.

Entdeckungen in Chania, in den Palastarchiven von Pylos und zahlreichen Fundorten auf dem griechischen Festland machten deutlich, wie verbreitet die mykenische Kultur und Schrift einst war. Beeindruckend weit schafften es zwei Bernsteinamulette, auf denen drei Linear B-Zeichen eingeritzt waren. Diese fand man im Jahr 2000 bei Ausgrabungen im bayerischen Bernstorf.

Linear-B-Schrift

Genau wie Linear A ist Linear B eine Silbenschrift, die von links nach rechts gelesen und geschrieben wird. Sie besteht aus insgesamt 90 Silbenzeichen, 160 Wortzeichen und mehreren Zahlzeichen. Durch die Kombinationen von Silben- und Wortzeichen hat ein Begriff mehrere Lesemöglichkeiten.

Eine weitere Gemeinsamkeit liegt in der Verwendung: Es haben sich hauptsächlich Notizen auf Tontafeln erhalten wie Listen von Handelswaren und Steueraufzeichnungen. Sie waren nicht dazu gedacht, dauerhaft aufbewahrt zu werden.

Die Exemplare aus Knossos beispielsweise beschäftigten sich mit einem Zeitraum von wenigen Monaten, bevor das Archiv einer Brandkatastrophe zum Opfer fiel. Zusätzlich zu diesen Tafeln existieren Vasen mit aufgemalten Schriftzeichen. Nachdem die mykenische Kultur schließlich unterging, fiel Linear B dem Vergessen anheim. Bis sie von Archäologen entschlüsselt wurde, konnte niemand sie lesen. Die Vorarbeit dazu leistete die Altphilologin Alice Kober. Sie begann im Jahr 1940 mit der Arbeit und setzte diese bis zu ihrem Tod anno 1950 fort. Darauf aufbauend gelang den Sprachforschern Michael Ventris und John Chadwick die endgültige Entzifferung.

Linear C oder die kypro-minoische Schrift – die jüngste Schwester der Schriftfamilie

Dieser letzte Zweig der Linearschrift besteht aus drei unterschiedlichen Schriften, die sich auf Kreta, Zypern und an der levantinischen Küste in Städten wie Byblos und Ugarit hielten – und das bis in das 6. Jahrhundert vor Christus, lange nachdem die mykenische Kultur untergegangen war. Mit der kypro-minoischen Schrift verschwanden die Linearschriften vollständig – bis man sie in der Moderne wiederentdeckte und versuchte, ihnen ihre Geheimnisse zu entlocken.

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